Europäische Netzwerktagung mit LCF | 04.–07. Oktober 2018 | Berlin

Auf Einladung von Christ und Jurist e.V. (Deutschland) und The Lawyers' Christian Fellowship (Vereinigtes Königreich) kamen vom 4. bis 7. Oktober 2018 über 200 christliche Juristen aus 34 verschiedenen Ländern in Berlin zusammen.

Die Teilnehmer dieser ersten gemeinsam veranstalteten europäischen Netzwerktagung erlebten Fachvorträge und intensiven Austausch über Berufs-, Alters-, Länder- und Konfessionsgrenzen hinweg.

In Gebetsspaziergängen durch die Hauptstadt, Kurzberichten von Vertretern der teilnehmenden Länder sowie einem Besuch der Gedenkstätte Sachsenhausen schärften die Teilnehmer ihr Verständnis füreinander und ihre Verantwortung als Juristen in der Gesellschaft.

Im Rahmen einer Kranzniederlegung im ehemaligen KZ Sachsenhausen bekannten die deutschen Teilnehmer die historische Schuld und baten um Vergebung. Anwesende Vertreter anderer Nationen nahmen dies auf und bekannten ihrerseits Verfehlungen. Gemeinsam beteten die Versammelten das Vater unser. „Nur aus gegenseitiger Vergebung können fruchtbare Beziehungen und Einigkeit entstehen“, sagte Dr. Peter Gegenwart, verantwortlich für die internationale Arbeit von Christ und Jurist. Seit langem ist es ihm ein besonderes Anliegen, zur Versöhnung zwischen den Völkern beizutragen.

Zusammen mit Vishal Mangalwadi untersuchten die Teilnehmer am Samstag die jüdisch-christliche Prägung der europäischen Rechtsordnungen. Der indische Theologieprofessor, Philosoph und Buchautor führte im Rahmen seines Vortrags aus, dass die zivilisatorische Errungenschaft der „Herrschaft des Rechts“ (rule of law) entscheidend auf dem Fundament des Christentums aufbaut.

Die Veranstaltung endete am Sonntag mit einem gemeinsamen Gottesdienst aller vertretenen Konfessionen, geleitet vom anglikanischen Bischof Keith Sinclair, der selbst Jurist ist. Der Austausch von Vertretern nationaler Vereinigungen christlicher Juristen war für die Teilnehmer Inspiration, die Ausübung ihres juristischen Berufs als Dienst an den Menschen und damit als „Gottesdienst“ zu verstehen.